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outdoor 11/2004: Faszination Wüste - Die Weite entdecken

(Textauszug aus der Titelstory)
Wer einmal in der Wüste war, kehrt immer wieder.
Die Geografie hat jede Menge Bezeichnungen gefunden, um der Vielgestaltigkeit der Wüste Herr zu werden. Je nach ihrer Entstehung unterscheidet sie in Relief- und Kreiswüsten, kontinentale Inlandwüsten und Küstenwüsten. Andere teilen nach der Oberfläche in Kies- und Geröllwüsten, Staub- und Lehmwüsten ein, um nur einige zu nennen. Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, erfährt nur, wer sich in die Weite hinauswagt.
Der Saharadurchquerer Michael Asher beschreibt das Reiten in der Sahara als ein Erlebnis der Zeitlosigkeit: "Es herrschte völlige Stille. Im Geist pendelte ich in den schreckenerregenden Dimensionen der Sahara vor und zurück. Es kam mir vor, als seien wir schon immer hier. Ich konnte mir kein Ende der Reise vorstellen. Ich konnte mir mir nichts anderes mehr vorstellen als ein Leben in ständiger Bewegung, immer auf der Suche nach dem nächsten Weideland, der nächsten Wasserstelle."
Einer, der sich wirklich ständig in der Wüste bewegt, ist der Münchner Fotograf und Dia-Referent Michael Martin (40). mit 17 wollte er die Sommerferien für eine Reise zu einem Ziel nutzen, das "ein Maximum an Exotik bot und dennoch erreichbar war." Kurzentschlossen schnürte er den Schlafsack auf sein Mofa und fuhr nach Marokko. Dort sah er zum ersten Mal die Sahara. Gut für uns. denn statt wie zuvor Sterne und Planeten zu fotografieren, wandte er sich nun mit aller Kraft der Wüste zu - die Ergebnisse finden mittlerweile weltweit Anerkennung. Nur einmal noch, mit 19, versuchte er es ohne Wüste und trampte um die Erde. Ohne Erfolg: In australischen Jugendherbergen, am Strand von Bali, im Zug nach Peking - immer dachte er nur an die Sahara. Bis heute ziehen ihn Ruhe und Schönheit der Landschaft an, aber auch ihre Bewohner. Ihr in vielen Generationen erworbenes Wissen, der respektvolle Umgang mit der Umwelt, ihre innere Stärke und ihr fester Glaube an bestimmte Wertvorstellungen beeindrucken ihn. "Ihre Ausstrahlung, ihre Zuversicht ist oft viel stärker, als wir es aus Europa kennen. Den Wüstenbewohnern gehört mein ganzer Respekt." ...
Der Berliner Hieronymus Jerome Blösser nähert sich der Wüste nicht mit dem Kamel und nicht mit dem Motorrad, sondern zu Fuß. Mehr als 10.000 Kilometer hat er in den letzten zwölf Jahren so zurückgelegt, teils solo, teils in Karawanen und Expeditionen. Seit zwei Jahren führt er unter dem Label Wüstenwandern mit kleinen Gruppen Touren in Mauretanien und Namibia durch. Am Anfang galt er als Exot, aber inzwischen suchen immer mehr Leute die in Blössers Augen einzig angemessene Art der Fortbewegung in der Wüste. "Man bewegt sich nicht schneller, als der Geist folgen kann", sagt er. Die wichtigste Erfahrung in den Jahren des Wüstengehens aber war für ihn das Erlernen des Prinzips Reduktion. Man muss sich einschränken, weil man seinen Hausstand selbst im Rucksack trägt. Dabei bemerkt man, wie wenig man eigentlich benötigt und vor allem, dass Glück mehr im Augenblick als im Besitzen liegt. "Natürlich schafft man am Tag keine 200 Kilometer wie mit dem Auto, sondern vielleicht nur 25 Kilometer. Man sieht nicht alles - dafür aber alles sehr konzentriert."
Eine Herangehensweise, die der Fotografin Bettina Selby sicher gefallen würde. Auch sie hat der Wüste nur ihre eigene Kraft entgegengesetzt: Mit dem Fahhrad durchquerte sie die Sahara von Nord nach Süd. In ihrer Reportage >Ah Agala!< schreibt sie: "Es war nicht das Fehlen jeglicher Abwechslung, was die Wüste so anziehend machte, sondern vielmehr ein absoluter Sinn für das, was ist, für das Wesentliche im Leben, dem man sich hier stellen musste."
Wie immer man in die Wüste zieht, und wer immer vor einem dort war: Ihre Faszination ist immer neu. Sie liegt dort draußen. gehen Sie los. Satteln Sie Ihr Rad. Nehmen Sie das Kamel, das Motorrad oder Auto. Aber denken Sie daran, was Lawrence von Arabien gesagt hat: Sie werden verändert aus dieser Erfahrung hervorgehen.
Wer einmal in der Wüste war, kehrt immer wieder.
Die Geografie hat jede Menge Bezeichnungen gefunden, um der Vielgestaltigkeit der Wüste Herr zu werden. Je nach ihrer Entstehung unterscheidet sie in Relief- und Kreiswüsten, kontinentale Inlandwüsten und Küstenwüsten. Andere teilen nach der Oberfläche in Kies- und Geröllwüsten, Staub- und Lehmwüsten ein, um nur einige zu nennen. Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, erfährt nur, wer sich in die Weite hinauswagt.
Der Saharadurchquerer Michael Asher beschreibt das Reiten in der Sahara als ein Erlebnis der Zeitlosigkeit: "Es herrschte völlige Stille. Im Geist pendelte ich in den schreckenerregenden Dimensionen der Sahara vor und zurück. Es kam mir vor, als seien wir schon immer hier. Ich konnte mir kein Ende der Reise vorstellen. Ich konnte mir mir nichts anderes mehr vorstellen als ein Leben in ständiger Bewegung, immer auf der Suche nach dem nächsten Weideland, der nächsten Wasserstelle."
Einer, der sich wirklich ständig in der Wüste bewegt, ist der Münchner Fotograf und Dia-Referent Michael Martin (40). mit 17 wollte er die Sommerferien für eine Reise zu einem Ziel nutzen, das "ein Maximum an Exotik bot und dennoch erreichbar war." Kurzentschlossen schnürte er den Schlafsack auf sein Mofa und fuhr nach Marokko. Dort sah er zum ersten Mal die Sahara. Gut für uns. denn statt wie zuvor Sterne und Planeten zu fotografieren, wandte er sich nun mit aller Kraft der Wüste zu - die Ergebnisse finden mittlerweile weltweit Anerkennung. Nur einmal noch, mit 19, versuchte er es ohne Wüste und trampte um die Erde. Ohne Erfolg: In australischen Jugendherbergen, am Strand von Bali, im Zug nach Peking - immer dachte er nur an die Sahara. Bis heute ziehen ihn Ruhe und Schönheit der Landschaft an, aber auch ihre Bewohner. Ihr in vielen Generationen erworbenes Wissen, der respektvolle Umgang mit der Umwelt, ihre innere Stärke und ihr fester Glaube an bestimmte Wertvorstellungen beeindrucken ihn. "Ihre Ausstrahlung, ihre Zuversicht ist oft viel stärker, als wir es aus Europa kennen. Den Wüstenbewohnern gehört mein ganzer Respekt." ...
Der Berliner Hieronymus Jerome Blösser nähert sich der Wüste nicht mit dem Kamel und nicht mit dem Motorrad, sondern zu Fuß. Mehr als 10.000 Kilometer hat er in den letzten zwölf Jahren so zurückgelegt, teils solo, teils in Karawanen und Expeditionen. Seit zwei Jahren führt er unter dem Label Wüstenwandern mit kleinen Gruppen Touren in Mauretanien und Namibia durch. Am Anfang galt er als Exot, aber inzwischen suchen immer mehr Leute die in Blössers Augen einzig angemessene Art der Fortbewegung in der Wüste. "Man bewegt sich nicht schneller, als der Geist folgen kann", sagt er. Die wichtigste Erfahrung in den Jahren des Wüstengehens aber war für ihn das Erlernen des Prinzips Reduktion. Man muss sich einschränken, weil man seinen Hausstand selbst im Rucksack trägt. Dabei bemerkt man, wie wenig man eigentlich benötigt und vor allem, dass Glück mehr im Augenblick als im Besitzen liegt. "Natürlich schafft man am Tag keine 200 Kilometer wie mit dem Auto, sondern vielleicht nur 25 Kilometer. Man sieht nicht alles - dafür aber alles sehr konzentriert."
Eine Herangehensweise, die der Fotografin Bettina Selby sicher gefallen würde. Auch sie hat der Wüste nur ihre eigene Kraft entgegengesetzt: Mit dem Fahhrad durchquerte sie die Sahara von Nord nach Süd. In ihrer Reportage >Ah Agala!< schreibt sie: "Es war nicht das Fehlen jeglicher Abwechslung, was die Wüste so anziehend machte, sondern vielmehr ein absoluter Sinn für das, was ist, für das Wesentliche im Leben, dem man sich hier stellen musste."
Wie immer man in die Wüste zieht, und wer immer vor einem dort war: Ihre Faszination ist immer neu. Sie liegt dort draußen. gehen Sie los. Satteln Sie Ihr Rad. Nehmen Sie das Kamel, das Motorrad oder Auto. Aber denken Sie daran, was Lawrence von Arabien gesagt hat: Sie werden verändert aus dieser Erfahrung hervorgehen.






